Ab dem 2. August 2026 tritt das EU-KI-Gesetz (AI Act) vollständig in Kraft – und viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wissen noch nicht, dass es auch sie betrifft. Die Verordnung (EU) 2024/1689 gilt nämlich nicht nur für KI-Entwickler, sondern für alle Unternehmen, die KI-Systeme nutzen.

Wer ist betroffen?

Wenn Ihr Unternehmen eines der folgenden Tools einsetzt, fallen Sie unter den EU AI Act:

  • ChatGPT, Gemini, Claude – für E-Mails, Kundenservice oder Texterstellung
  • Chatbots auf Ihrer Website
  • KI-basierte Übersetzungstools wie DeepL
  • Automatische Empfehlungssysteme in Ihrem Online-Shop
  • KI-gestützte HR-Tools für Bewerbermanagement

Das bedeutet: Selbst ein Handwerksbetrieb mit 5 Mitarbeitern, der ChatGPT für Angebotserstellung nutzt, muss bestimmte Dokumentationspflichten erfüllen.

Die vier Risikostufen

Der EU AI Act kategorisiert KI-Systeme in vier Risikostufen, je nachdem wie sie eingesetzt werden:

🟢 Minimales Risiko

Spam-Filter, KI-basierte Spiele, einfache Empfehlungssysteme. Keine besonderen Pflichten, aber Transparenz wird empfohlen.

🟡 Begrenztes Risiko

Chatbots, Deepfake-Erkennung, Emotionserkennung. Transparenzpflicht: Nutzer müssen wissen, dass sie mit KI interagieren.

🟠 Hohes Risiko

KI in HR/Recruiting, Kreditbewertung, medizinische Diagnose. Umfangreiche Dokumentation, Risikobewertung und menschliche Aufsicht erforderlich.

🔴 Verbotene Praktiken

Social Scoring, unterschwellige Manipulation, biometrische Massenüberwachung. Komplett verboten – sofortige Einstellung erforderlich.

Was müssen KMU konkret tun?

Die genauen Pflichten hängen von Ihrer Risikoeinstufung ab. Für die meisten kleinen Unternehmen gelten mindestens diese Anforderungen:

1. KI-Inventar erstellen

Dokumentieren Sie alle KI-Systeme, die in Ihrem Unternehmen zum Einsatz kommen. Dazu gehören auch Cloud-Dienste und SaaS-Tools, die KI im Hintergrund nutzen.

2. Risikoeinstufung vornehmen

Für jedes KI-System müssen Sie die Risikokategorie bestimmen. Nutzen Sie dafür unseren kostenlosen Compliance-Check, der in 5 Minuten Ihre Einstufung berechnet.

3. Transparenzhinweis anbringen

Wenn Sie Chatbots, KI-generierte Inhalte oder andere kundenseitige KI-Systeme einsetzen, müssen Ihre Nutzer darüber informiert werden. Ein einfacher Hinweis auf Ihrer Website reicht oft aus.

4. Dokumentation aufbewahren

Halten Sie schriftlich fest, welche KI-Systeme Sie nutzen, wofür, und welche Maßnahmen Sie ergriffen haben. Diese Dokumentation dient als Nachweis Ihrer Due Diligence gegenüber Behörden.

Welche Strafen drohen?

Die Bußgelder im EU AI Act sind erheblich:

Verstoß Maximale Strafe
Verbotene KI-Praktiken 35 Mio. € oder 7% des Umsatzes
High-Risk-Verstöße 15 Mio. € oder 3% des Umsatzes
Falsche Angaben gegenüber Behörden 7,5 Mio. € oder 1,5% des Umsatzes

Für KMU und Start-ups gelten allerdings verhältnismäßig niedrigere Bußgelder – aber auch diese können existenzbedrohend sein.

Ihr nächster Schritt

Die gute Nachricht: Für die meisten kleinen Unternehmen ist die Compliance unkompliziert, wenn man frühzeitig damit beginnt. Mit unserem kostenlosen EU AI Act Compliance-Check erhalten Sie in nur 5 Minuten:

  • Ihre individuelle Risikoeinstufung
  • Eine Liste Ihrer Pflichten nach EU AI Act
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